Jahrestagung der DGSP-N “Geschlossen oder nicht ganz dicht? – Vom Umgang mit Schutz und Sicherung in der Gemeindepsychiatrie”

DGSP-N

Geschlossen oder nicht ganz dicht? – Vom Umgang mit Schutz und Sicherung in der Gemeindepsychiatrie in Lüneburg am Donnerstag,
16.06.2016
von 8:30 – 16:15 Uhr
im Gesellschaftshaus
der Psychiatrischen Klinik Lüneburg
Am Wienebütteler Weg 1, 21339 Lüneburg

vorwort

Die Verknüpfung von Psychiatrie mit geschlossenen Stationen ist so alt, wie die Psychiatrie selbst – und von Anfang an ein Hindernis bei der Wahrnehmung der Psychiatrie als Hilfe.

Immerhin ist es für die Gesellschaft auch praktisch, neben dem Knast einen Sonderbereich für diejenigen zu schaffen, die erkennbar nicht kriminell, aber dennoch auffällig sind oder für sich und andere eine Gefährdung darstellen. Die medizinische Servicefunktion für Recht und Ordnung war daher immer auch Gegenstand von Kritik.

Mit der Nähe zum Lebensraum nutzt die Abteilungspsychiatrie am allgemeinen Krankenhaus immer öfter die Gelegenheit durch „fakultativ geschlossene” oder konsequent offene Stationen das Knast-Odium der Anstalt abzuschütteln. Allerdings raunt hier aus dem Off der Maßregelvollzug, ob die Verdopplung der forensischen Wegschlüsse in den letzten 10 Jahren nicht auch eine Folge der Liberalisierung der Psychiatrie – und damit nur eine Verlagerung des Elends bedeutet?

In dieser komplizierten Lage werden in Folge der Inklusionsdebatte nun die Landespsychiatriegesetze (PsychKGs) überarbeitet – auch in Niedersachsen. Und damit kommt wieder Leben in die Bude: Mit dem Normalitätsgebot und der Aufhebung der geschlossenen Tür als gesetzliche Vorschrift dürfen die Kliniken nun selbst entscheiden, wie sie Schutz und Sicherung gewährleisten. Gleichzeitig wird die Abhängigkeit von der Personalausstattung offenbar: Mit genug und qualifiziertem Personal ist Psychiatrie natürlich auch ohne geschlossene Türen machbar – sagt Professor Undine Lang aus Basel (Vortrag 1).

Bernd Meißnest, Chefarzt der Gerontopsychiatrie, erklärt, wie er dies seit Jahren auch mit dementen Patienten in Gütersloh macht (Vortrag 2) und Werner Mayr, pflegerischer Stationsleiter einer offenen, allgemeinpsychiatrischen Station an der Abteilungspsychiatrie am Klinikum Heidenheim. Er berichtet, wie man irgendwann gar nicht mehr anders als mit offenen Türen arbeiten kann und will (Vortrag 3).

Die DGSP möchte die Debatte konkret führen: Wie geht man zum Beispiel in Walsrode mit der Stationstür um? Welche Erfahrungen hat man seit Januar mit der Öffnung der gerontopsychiatrischen Station in Lüneburg gemacht? Das wollen wir trialogisch diskutieren. Und weil wir glauben, dass in der Psychiatrie alles mit allem zusammenhängt, wollen wir auch den Verbund und den Sozialraum einbeziehen. So versprechen wir uns eine Tagung, die auch für die außerhalb der Klinik tätigen Kolleginnen und Kollegen interessant sein dürfte.

Im Anschluss laden wir Sie wie immer zur Teilnahme an der öffentlichen Mitgliederversammlung der DGSP-N ein.

Die Vorbereitungsgruppe

Die Zertifizierung der Veranstaltung mit 6 Punkten bei der Ärztekammer Niedersachsen ist beantragt.

Flyer und Programm

Anmeldung

 

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